Frühlingsgedichte

Gedichte zum Frühling

Gedichte zum Frühling

 

 

Frühlingsgedichte: Kategorie klassische Frühlingsgedichte, Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Seite 06

 

Frühlingsgedichte

Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874 (Frühlingsgedichte)

Schöner Frühling

Schöner Frühling, komm doch wieder,
Lieber Frühling, komm doch bald.
Bring uns Blumen, Laub und Lieder,
Schmücke wieder Feld und Wald.

Auf die Berge möcht’ ich fliegen,
Möchte seh´n ein grünes Tal,
möcht´ in Gras und Blumen liegen
Und mich freun am Sonnenstrahl.

Möchte hören die Schalmeien
Und die Herden Glockenklang,
Möchte freuen mich im Freien,
An der Vögel süssem Sang.

Maler Frühling

Heinrich Hoffmann von Fallersleben (Frühlingsgedichte)

Der Frühling ist ein Maler,
er malet alles an,
die Berge mit den Wäldern,
die Täler mit den Feldern:
Was der doch malen kann!

Auch meine lieben Blumen
schmückt er mit Farbenpracht:
Wie sie so herrlich strahlen!
So schön kann keiner malen,
so schön, wie er es macht.

O könnt ich doch so malen,
ich malt ihm einen Strauß
und spräch in frohem Mute
für alles Lieb und Gute
so meinen Dank ihm aus.

Heinrich Hoffmann von Fallersleben, (Frühlingsgedichte)

Winters Flucht

Dem Winter ward der Tag zu lang,
ihn schreckt der Vogel Lustgesang;
Er horcht und hört´s mit Gram und Neid,
Und was er sieht, das macht ihm Leid.

Er sieht der Sonne milden Schein,
Sein eigner Schatten macht ihn Pein.
Er wandelt über grüne Saat
Und Gras und Keime früh und sprach:
“Wo ist mein silberweißes Kleid,
Mein Hut, mit Demantstaub bestreut?”

Er schämt sich wie ein Bettelmann
Und läuft, was er nun laufen kann.
Und hinterdrein scherzt Jung und Alt
In Luft und Wasser, Feld und Wald;
Der Kiebitz schreit, die Biene summt,
Der Kuckuck ruft, der Käfer brummt;
Doch weil´s  noch fehlt an Spott und Hohn,
So quakt der Frosch vor Ostern schon.

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Frühlings Ankunft

Hoffmann von Fallersleben  (Frühlingsgedichte)

Bildquelle: © Ksym - Fotolia.com

Frühlingsgedichte

Grüner Schimmer spielet wieder
Drüben über Wies` und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
Auf die stumme trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
Kehrt der Frühling uns zurück,
Will die Welt in Freude kleiden,
Will uns bringen neues Glück.

Seht, ein Schmetterling als Bote
Zieht einher in Frühlingstracht,
Meldet uns, dass alles Tote
Nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
Aufzuschau´n zum Sonnenschein;
Ist es doch, als ob sie fragen:
“Sollt` es denn schon Frühling sein?”

Seht, wie sich die Lerchen schwingen
In das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
Über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
Vor des Frühlings Freud` und Lust -
Nun, so soll`s auch Frühling werden,
Frühling auch in unserer Brust!

Hoffmann von Fallersleben  (Frühlingsgedichte)

Der Frühling ist da!

Der Frühling hat sich eingestellt,
wohlan, wer will ihn sehen?
Der muss mit mir ins freie Feld,
ins grüne Feld nun gehn.

Er hielt im Walde sich versteckt,
dass niemand ihn mehr sah;
ein Vöglein hat ihn aufgeweckt,
jetzt ist er wieder da.

Jetzt ist der Frühling wieder da:
Ihm folgt, wohin er zieht,
nur lauter Freude fern und nah
und lauter Spiel und Lied.

Und allen hat er, groß und klein,
was Schönes mitgebracht,
und soll`s auch nur ein Sträußchen sein,
er hat an uns gedacht.

Drum frisch hinaus ins freie Feld,
ins grüne Feld hinaus!
Der Frühling hat sich eingestellt,
wer bliebe da zu Haus?

Hoffmann von Fallersleben  (Frühlingsgedichte)

Sehnsucht nach dem Frühling

O wie ist es kalt geworden
Und so traurig, öd und leer!
Rauhe Winde weh´n  von Norden
Und die Sonne scheint nicht mehr.

Auf die Berge möcht´ ich fliegen,
Möchte seh´n ein grünes Tal,
Möcht’ in Gras und Blumen liegen
Und mich freu´n  am Sonnenstrahl.

Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang,
Möchte freuen mich im Freien
An der Vögel süßem Sang.

Schöner Frühling, komm doch wieder,
Lieber Frühling, komm doch bald,
Bring´ uns Blumen, Laub und Lieder,
Schmücke wieder Feld und Wald!

Ja, du bist uns treu geblieben,
Kommst nun bald in Pracht und Glanz,
Bringst nun bald all deine Lieben
Sang und Freude, Spiel und Tanz.

Frühlingslied

Hoffmann von Fallersleben  (Frühlingsgedichte)

Nun säuseln linde
Aus Westen die Winde.
Schon rieseln die Quellen
Ins Tal hernieder.
Die Knospen schwellen.

Der Vögel Lieder
Erschallen wieder.
Schneeglöckchen läuten fern und nah:
Der Frühling ist da, der Frühling ist da!

O seht, wie der Frühling schaltet und waltet,
Und neues Leben enthüllt und entfaltet,
Und schönes Leben ersinnt und gestaltet!

Mit Duft und Farben erquickt und belebt,
Mit Sang und Klang entzückt und erhebt,
Und segnend über Allem schwebt!

Nun lasst uns nicht länger bleiben zu Haus!
Wir wollen hinaus, ins Freie hinaus!

Frühlingsgedichte Fallersleben